Pressemitteilungen

Bonn, 08.03.21 Die allgemeinen Impfempfehlungen der STIKO1 gelten in der Regel auch für Allergiker, denn die zugelassenen Impfstoffe lösen nur selten allergische Reaktionen aus. Das gilt auch für die Corona-Impfung. Doch wie gehen Allergiker mit den – vereinzelten – Meldungen über allergische Reaktionen auf Corona-Impfstoffe um? Wie bewerten sie das Informationsangebot zu diesem Thema? Die Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V. ist dem in einer Online-Umfrage2 nachgegangen.

Corona-Viren, Mutationen, mRNA-Impfstoffe, Herdenimmunität … selten wurden die Nachrichten derart von medizinischen Fachbegriffen beherrscht wie in den vergangenen Monaten. Das Bedürfnis nach Informationen ist groß, das Informationsangebot jedoch nahezu unüberschaubar und von unterschiedlicher Qualität. Das spiegelt sich in den Ergebnissen der aktuellen Umfrage der DHA e.V. wider: Werden allgemeine Informationen zur Corona-Impfung von 62 Prozent der Befragten als sehr gut (7%), gut (23%) oder wenigstens ausreichend (32%) bezeichnet, so schneiden Auskünfte speziell für Allergiker deutlich schlechter ab. Nur 40 Prozent der Befragten fühlen sich sehr gut (3%), gut (13%) oder ausreichend (25%) informiert. 60 Prozent sind unzufrieden mit dem, was an Informationen für Allergiker zur Verfügung steht; die meisten von ihnen (76 Prozent) finden, es gebe schlicht zu wenige.

Impfbereitschaft insgesamt hoch

Dennoch sind 83 Prozent der Befragten der Impfung gegenüber offen: 4 Prozent sind zum Umfragezeitpunkt bereits geimpft. 44 Prozent möchten sich so bald wie möglich impfen lassen, 35 Prozent etwas später, wenn die Erfahrungen mit der Impfung weiterhin positiv sind. Keiner der Umfrageteilnehmer lehnt Impfungen grundsätzlich ab, viele haben jedoch eine gewisse Sorge vor Nebenwirkungen, insbesondere vor einer allergischen Reaktion. Offensichtlich haben entsprechende Meldungen bei manchen Allergikern zur Verunsicherung beigetragen.

Gewisse Verunsicherung

So geben 18 Prozent der Befragten an, dass solche Nachrichten einen Einfluss auf ihre Impfbereitschaft haben könnten. Knapp die Hälfte (47%) spürt zwar eine gewisse Verunsicherung, lässt sich dadurch aber nicht von der Impfung abbringen oder will vor dem Impftermin Rücksprache mit dem Arzt halten. Ein Fünftel der Befragten nimmt die Meldungen über Allergien im Zusammenhang mit der Impfung gelassen zur Kenntnis. „Hier zeigt sich ganz klar: Gute Kommunikation ist alles“, bemerkt Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Haut- und Allergiehilfe e.V. „Medien, Behörden, Ärzte und auch wir Patientenorganisationen erreichen schon viele, aber offensichtlich nicht alle Allergiker so, wie wir uns das wünschen. Dabei ist es wichtig zu vermitteln, dass allergische Reaktionen auf Impfungen ausgesprochen selten vorkommen, obwohl allein in Deutschland rund 30 Millionen Menschen an einer allergischen Erkrankung leiden. In den allermeisten Fällen genügt ein klärendes Gespräch mit dem Arzt, um Sorgen abzubauen.“

Fakten und Tipps für Allergiker

Studien zufolge liegen die Zahlen schwerer allergischer Reaktionen auf Impfungen im Allgemeinen bei 1-300 Fällen pro einer Million Impfungen. Bis zum 15. Februar 2021 wurden laut Bloomberg weltweit mehr als 173,3 Millionen Impfstoffdosen gegen das Coronavirus verabreicht. In wenigen Einzelfällen sind allergische Reaktionen gegen den Impfstoff aufgetreten. Patienten mit einer anaphylaktischen Reaktion in der Vorgeschichte sollten daher vorsichtshalber vor dem Impftermin mit ihrem behandelnden Arzt sprechen, etwa über die Möglichkeit einer prophylaktischen Einnahme eines antiallergischen Medikaments. In den Impfzentren sollte Personal mit Erfahrung in der Behandlung anaphylaktischer Reaktionen anwesend sein und die dafür notwendigen Medikamente stets bereitstehen. Im Fall einer allergischen Reaktion auf die erste Impfung darf die zweite nicht erfolgen. Patienten mit einer nachgewiesenen Allergie gegen Polyethylenglykol (PEG) dürfen keinen Impfstoff mit diesem Zusatzstoff erhalten. PEG wird derzeit als die Substanz angesehen, die für die anaphylaktischen Reaktionen verantwortlich ist. Die Untersuchungen dazu sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen.

  • 1 Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts
  • 2 Die Umfrage wurde im Februar 2021 online über das Umfragetool Surveymonkey durchgeführt. Abhängig von den Fragen haben 142 bis 149 Personen mit Allergien, Hauterkrankungen bzw. generellem Interesse an diesen Themen teilgenommen. Die folgenden atopischen Erkrankungen werden angegeben: Neurodermitis (65%), Pollenallergie (58%), Hausstaubmilbenallergie (47%), Nahrungsmittelallergie (41%), Allergisches Asthma (39%), Kontaktallergie (37%), Tierhaarallergie (37%), Medikamentenallergie (26%), Allergische Rhinitis (25%). 14% geben an, mindestens einmal einen Allergieschock erlitten zu haben. Die Umfrage ist nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung.

DHA Corona Umfrage Information

DHA Corona Umfrage Reaktionen auf Impfstoff

Aktuelle Pressemeldung

Mit Hauterkrankungen besser zum Hautarzt

Bonn, 08.04.21 Eine aktuelle Datenanalyse der Techniker Krankenkasse hat ergeben, dass viele Patienten wegen ihrer Neurodermitis nicht zum Hautarzt gehen, sondern etwa zum Allgemeinmediziner. Das Problem dabei: Sie werden häufig nicht nach den aktuell geltenden Empfehlungen behandelt und erhalten deutlich seltener innovative Medikamente als Patienten, die vom Dermatologen betreut werden.

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